Durch seine berufliche Laufbahn und seine Forschungen ist Nicolas Lavarenne auf die Idee gekommen, Bronzeskulpturen zu schaffen, die paradoxerweise in der Luft schweben - so als würden sie von Stativen, Stelzen, Stäben oder Stangen getragen werden, die sie in den Himmel katapultieren. Eine Art schillernde und minimalistische Kraftlinie oder Hochspannungsleitung. Sie stehen in einem einzigartigen Kontrast zur knorrigen, fast barocken Komplexität des menschlichen Körpers, der mit grosser Anstrengung, einem Schwung oder einer Drehung versucht, sich zu erheben, sich von der Erde zu lösen und dem Himmel näher zu kommen. 

 

Es war ein Giesser, der Nicolas Lavarenne die Leidenschaft zur Bronze näherbrachte. Lavarenne hat daraufhin angefangen, die Kunst des Bronzegiessens zu erlernen. Er nahm die exakte Wachsreplik seiner Skulptur aus der Giessform, er lernte die dem Guss innewohnenden Risse zu korrigieren und sah den Wachskörper in einen Kokon aus feuerfestem Zement wieder verschwinden. 

Wie ein Archäologe, gibt er das Gesicht, den Oberkörper und die Hand aus der Bronze für eine neue Geburt frei. Das Schneiden der Einzüge, Schlitze und letzten Spuren der Ausgangsform und dann das Mattieren, Meisseln, Anpassen, Schweissen, Schleifen, Satinieren und Patinieren des Stücks bis seine transzendierte Metallhaut im Licht vibriert. 

 

Nach der Montage der Stäbe entdeckt Lavarenne seine Skulptur in ihrem Schwung - endlich losgelöst von allen Aufgaben, ausser der uns dazu zu bringen, die Augen zum Himmel zu heben. 

Die Werke von Lavarenne sind in einer permanenten Ausstellung in der Galerie Jas de la Rimade in Carcès zu sehen. -> www.rimade.com